Freudenberg Unternehmensgruppe steigert Umsatz und Ergebnis weiter
Die Unternehmensgruppe Freudenberg hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2006 erfolgreich abgeschlossen.
Zum ersten Mal in der 158-jährigen Unternehmensgeschichte wurde beim Umsatz die Schwelle von fünf Milliarden Euro übertroffen.
Weinheim, 23 Mai 2007. Die Unternehmensgruppe Freudenberg hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2006 erfolgreich abgeschlossen. Zum ersten Mal in der 158-jährigen Unternehmensgeschichte wurde beim Umsatz die Schwelle von fünf Milliarden Euro übertroffen. Dazu haben alle Geschäftsfelder des weltweit tätigen Familienunternehmens beigetragen. Bereinigt um Wechselkurseinflüsse sowie um Akquisitions- und Desinvestitionseffekte beträgt der Umsatzanstieg rund 6 Prozent. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erhöhte sich um rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zum Jahresende beschäftigte Freudenberg 33.526 Mitarbeiter, 141 mehr als am Stichtag des Vorjahres.
Dr. Peter Bettermann, Sprecher der Unternehmensleitung Freudenberg, betonte auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Weinheim, dass zu diesen Steigerungen alle Teilkonzerne weltweit beigetragen haben.
Zum Umsatzwachstum 2006 trug die konjunkturelle Belebung in Deutschland, Europa und Südamerika bei. Der weiter anhaltende starke Wachstumstrend in Südostasien und Indien begünstigte die Umsatzentwicklung ebenfalls. Zunehmend schwieriger wurden die Geschäfte in den Vereinigten Staaten auf Grund der dort nachlassenden Wirtschaftsdynamik und dem schwächer werdenden Dollar.
Zusätzlich zur Erlössteigerung trugen die kontinuierlich fortgesetzten Verbesserungsprozesse und die erfolgreiche Beendigung der im Jahr 2004 getätigten Großakquisitionen – Burgmann und Chemtrend/OKS - zum überdurchschnittlichen Ergebniswachstum bei. Darüber hinaus hat sich die Strategie der hochfokussierten Einzelmarktbearbeitung positiv ausgewirkt.
Für das laufende Geschäftsjahr ist eine Verstärkung der insgesamt guten konjunkturellen Entwicklung festzustellen. Allerdings hält die Dämpfung in den Vereinigten Staaten weiter an. Ergebnisverstärkend wirken die internationalen Leistungsfaktoren.
„Die Entwicklung der ersten vier Monate unterstützt den vorsichtigen Optimismus“, sagte Dr. Bettermann zum laufenden Geschäftsjahr.
Das Geschäftsjahr 2006 in Zahlen
Die Umsatzerlöse verbesserten sich um 216 Millionen Euro (plus 4,5 Prozent) zum ersten Mal auf mehr als fünf Milliarden Euro (5,053 Milliarden Euro). Unter Berücksichtigung der Veränderungen im Konsolidierungskreis (insbesondere die Desinvestition Ansaugrohr-geschäft der Vibracoustic in Bad Salzdetfurth und Gotha) und der Währungseffekte, ergibt sich ein internes Wachstum von 6 Prozent.
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten verbesserte sich um knapp 25 Millionen auf rund 304 Millionen Euro und übertraf damit erstmals die 300 Millionen-Euro-Marke. Der Konzerngewinn, der im Vorjahr mit 202 Millionen Euro die 200 Millionen-Marke erstmals überschritten hatte, stieg weiter auf 219 Millionen.
Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr in 2006 um 106 Millionen Euro auf 4,470 Milliarden Euro erhöht. Die Steigerung von 2,4 Prozent lag deutlich unter dem Umsatzwachstum. Bereinigt um die Effekte aus der Veränderung des Konsolidierungskreises (- 14 Millionen Euro) und Wechselkursveränderungen (- 158 Millionen Euro) ergibt sich eine Erhöhung der Bilanzsumme um 6,4 Prozent oder 278,1 Millionen Euro.
Absolut erhöht hat sich das Eigenkapital um 104 Millionen auf 2.060 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg um 1,3 Prozentpunkte auf gut 46 Prozent. Die Nettoverschuldung wuchs – hauptsächlich wegen höherer Guthaben der Gesellschafter – um 45,5 Millionen auf 625 Millionen Euro.
Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 333 Millionen Euro und überstieg den Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (- 271 Millionen Euro) deutlich. Der operative Mittelzufluss lag im Schnitt der letzten Jahre; allerdings deutlich unter dem durch einmalige Sondereffekte geprägten Vorjahr.
Internationalisierung mit aktivem Portfoliomanagement Um die Zukunftsfähigkeit des weltweit tätigen Familienunternehmens Freudenberg zu stärken, hat die Unternehmensgruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre aktive Portfoliopolitik fortgesetzt. Insbesondere wurden wegen der Strategie der fokussierten Marktbearbeitung gezielt kleine Spezialunternehmen übernommen.
Die Freudenberg-NOK General Partnership (FNGP) mit Sitz in Plymouth, USA, übernahm mit dem kanadischen Unternehmen Imperial Rubber and Urethane Corporation einen Zulieferer für die Öl- und Gasindustrie.
Mit dem Erwerb sämtlicher Anteile der Helix Medical Inc. mit Sitz in Carpinteria, USA, erweitert die FNGP das Angebot für den Gesundheits- und Medizinbereich. Helix Medical entwickelt, produziert und vertreibt Silikonprodukte für die pharmazeutische Industrie.
Die Freudenberg Filtration Technologies haben das Geschäft zur Ausrüstung von Batterieseparatoren der SciMAT Ltd. Swindon, England, übernommen. Durch diese Akquisition stärkt Freudenberg seine strategische Position als einer der weltweit führenden Hersteller von hochwertigen Batterieseparatoren für Nickel-Metallhybrid-Batterien (Ni/MH).
Außerdem kaufte Freudenberg NOK Mechatronics von der Delphi Deutschland GmbH die Produktion von großflächigen flexiblen Leiterplatten in Berlin und einen Großteil des damit verbundenen Geschäfts, um damit den eigenen Marktzugang zu verbreitern und erheblich zu beschleunigen.
Diesen strategischen Akquisitionen stand 2006 die Veräußerung des Metalldichtungsring-Herstellers Hugo Fassbender Dichtungsgesellschaft gegenüber, die seit dem 1.9.1978 zur Unternehmensgruppe gehörte. Außerdem hat Freudenberg alle strategischen Optionen geprüft und entschieden, für den Geschäftsbereich Bausysteme einen Partner zu finden, der dem Unternehmen nachhaltige Wachstums- und Erfolgschancen durch strategische Erweiterungsinvestitionen (insbesondere in Nordamerika und Südostasien) eröffnet und die bestehende Produktion im Industriepark Weinheim langfristig sichert.
„Die aktive Gestaltung des Konsolidierungskreises ist von jeher geübte Praxis in der langjährigen Geschichte von Freudenberg“, sagte Jörg Sost bei der Bilanzpressekonferenz.
Wachstum in den Emerging Markets
Um an dem Wachstum in den aufstrebenden Märkten in Asien und Osteuropa teilzunehmen, hat Freudenberg seine Globalisierungsstrategie weiter fortgesetzt. Mit dem Werk in Zavolzhie (bei Nizhny Novgorod) hat Freudenberg Politex Mitte 2006 die erste große Produktionsstätte der Unternehmensgruppe in Russland eröffnet. In Suzhou, China, entstand ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude der Freudenberg Haushaltsprodukte. In Qingpu, 40 km von Shanghai entfernt, wurde mit dem Bau eines Zwillingswerkes für Spezialschmierstoffe und Trennmittel begonnen. Erfolgreich verlief der Start der neuen Produktion für Hydraulikdichtungen durch Merkel NOK-Freudenberg Co. Ltd. in Taicang, China.
Forschung und Entwicklung, Umwelt- und Arbeitsschutz
Weiter entwickelte Innovationsstrategie<
Die Unternehmensgruppe Freudenberg hat im Jahr 2006 insgesamt mehr als 200 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Im Berichtsjahr arbeiteten in diesem Bereich der Freudenberg-Gruppe 2.256 Mitarbeiter. Regionaler Schwerpunkt mit 1.427 Mitarbeitern war Deutschland.
Umwelt- und Arbeitsschutz
Die Unternehmensgruppe Freudenberg hat im Jahr 2006 die Investitionen in den technischen Arbeitsschutz auf über 31 Millionen Euro gesteigert und damit gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Mit dieser besonderen Anstrengung konnte ein mehrjähriges Programm zur Verbesserung der Maschinensicherheit erfolgreich abgeschlossen werden. Die Kosten für weitere Optimierung im Umweltschutz betrugen knapp neun Millionen Euro.
Als Folge der Umwelt- und Arbeitssicherheitsinitiative „We all take care“ und weiterer Aktivitäten auf allen Ebenen der Unternehmensgruppe ist die Zahl der Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter, die mehr als drei Tage Arbeitsausfall nach sich zogen (1.000-Mitarbeiter-Quote), zum fünften Mal in Folge gesunken und beträgt jetzt noch 4,3 (Vorjahr: 5,3).
Weitere Informationen:
Cornelia Buchta-Noack
Freudenberg & Co.
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