Zukunftsmärkte von Weinheim aus erschließen
Weinheim ist Herz und Verstand der weltweit tätigen Unternehmensgruppe Freudenberg. Ein großer Teil der Forschungs- und ntwicklungsaktivitäten ist an der Bergstraße angesiedelt
Weinheim. 3. Juli 2007: Weinheim ist Herz und Verstand der weltweit tätigen Unternehmensgruppe Freudenberg. Ein großer Teil der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist an der Bergstraße angesiedelt. Der inzwischen zum Industriepark weiterentwickelte Firmensitz soll aber auch weiterhin als Produktionsstandort genutzt werden. „Anspruchsvolle, neue, clevere Erzeugnisse wollen wir auch in Zukunft hier produzieren. Deshalb brauchen wir Innovationen“, sagt Dr. Thomas Barth, Geschäftsleiter der Freudenberg New Technologies.
Die Innovationsanstrengungen der Unternehmensgruppe sind daher vielfältig und finden an verschiedenen Stellen statt. Wichtigste Säule und Haupttriebfeder der Innovation sind in der dezentral organisierten Unternehmensgruppe die Teilkonzerne. In Weinheim sind die „Entwicklungsschmieden“ gleich mehrerer Freudenberg-Teilkonzerne angesiedelt. Das Innovation Center der Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik ebenso wie das Vliesstoff-Technikum, das Corporate Technical Centre der Freudenberg Haushaltsprodukte und die weltweit anerkannten Versuchs- und Prüfeinrichtungen der Vibracoustic. Nicht zu vergessen: Das Know-how der Freudenberg Anlagen- und Werkzeugtechnik im benachbarten Laudenbach.
Um seine Entwicklungsanstrengungen weiter zu verstärken, hat Freudenberg vor eineinhalb Jahren zusätzlich die Freudenberg New Technologies in Weinheim gegründet. In ihr sind alle teilkonzernunabhängigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zusammengefasst. Dahinter steht das Ziel, konzernweit vorhandenes technisches Know-how – insbesondere in Querschnittstechnologien – zu bündeln, neue Technologien zu erschließen und dadurch die Innovationskraft der Unternehmensgruppe nachhaltig zu stärken. Freudenberg New Technologies flankiert und unterstützt die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Teilkonzerne, knüpft Kontakte und Netzwerke innerhalb der Unternehmensgruppe und darüber hinaus und hilft, Fördermittel zu beschaffen, um einige Beispiele zu nennen.
Der kürzlich neu geschaffene Bereich „New Business“ der Freudenberg New Technologies verfolgt zwei Ziele. Erstens greift er zukunftsträchtige Ideen aus der Unternehmensgruppe auf, die keinem Teilkonzern eindeutig zuzuordnen sind, und verfolgt sie bis zur Gründung eines Start-Up-Unternehmens. Unter einem „Start-Up“ verstehen Fachleute ein frisch gegründetes Unternehmen, das gerade damit beginnt, seine Strukturen aufzubauen und sein Leistungsspektrum zu vermarkten.
Bestes Beispiel ist die Freudenberg Fuel Cell Components Technology KG, in der zirka 20 Mitarbeiter Lösungen für den Zukunftsmarkt Brennstoffzellen entwickeln. „Die Praxis zeigt, dass sich für solche Aufgaben die Organisation in kleinen, eigenständigen Einheiten losgelöst vom operativen Tagesgeschäft bewährt“, sagt Dr. Thomas Barth. „Derzeit erschließen wir im Bereich niedrigviskoser Elastomere neue Möglichkeiten für diesen Werkstoff und werden möglicherweise in ein weiteres Start-up überführen“, blickt er voraus.
Zweitens beteiligt sich der Bereich „New Business“ an externen, innovativen technologieorientierten Unternehmen, deren Geschäftsinhalte sich im Umfeld Freudenbergs bewegen. Jüngstes Beispiel: Das Engagement bei der Condias GmbH, Itzehoe. Dieses aus dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) ausgegründete Start-up-Unternehmen ist in der Lage, dünne Diamantschichten auf Metall- und Keramikoberflächen aufzubringen. In der Unternehmensgruppe nutzt Burgmann Industries seit kurzem dieses Know-how. Mit einer Diamantschicht überzogen, bleiben die Gleitringe des Spezialisten für Industriedichtungen länger einsatzfähig.
Kosten:
200 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung
2006 hat Freudenberg mehr als 200 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Weltweit beschäftigten sich bei Freudenberg knapp 2.300 Mitarbeiter mit der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren, fast zwei Drittel von ihnen in Deutschland, der Großteil in Weinheim.
Freudenberg ist eine Familiengesellschaft, die ihren Kunden technisch anspruchsvolle und beratungsintensive Produkte und Dienstleistungen bietet. In erster Linie ist die Unternehmensgruppe Zulieferer mit Schwerpunkten in den Bereichen Dichtungs- und Schwingungstechnik, Vliesstoffe sowie Schmierstoffe und Trennmittel. Hinzu kommen die Geschäftsgruppen Haushaltsprodukte mit der starken Marke vileda ®, die Freudenberg Bausysteme mit den Kautschukbodenbelägen und der Marke nora ® sowie die Dienstleistungs- und Servicegesellschaften.
Die Unternehmensgruppe beschäftigt in 53 Ländern mehr als 33.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro.
